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17. Juni 2016
3 MAL KURZ UND KNAPP
"Das was gerade ansteht, ist immer das Wichtigste.“

Dr. Hans Klose, Leverkusener Ratsmitglied seit 47 Jahren
Seit fast einem halben Jahrhundert ist Dr. Hans Klose Mitglied im Rat der Stadt Leverkusen. Genauer gesagt: 47 Jahre! In Worten: Siebenundvierzig. Ununterbrochen. Das klingt unglaublich und macht ihm wohl so schnell auch keiner nach. Wir haben mit ihm gesprochen.

Hans, wie bist Du in die Politik gekommen?
Ich wollte dabei sein, wenn über das „Wie“ unseres Lebens in der Stadt und im Land diskutiert und entschieden wird. Ich wollte mich einbringen und mit dafür sorgen, dass dabei das Gemeinwohl im Vordergrund steht. Die Rede von „Denen da oben“ ist ja nur möglich, wenn man sich nicht einmischt, sondern sich gedankenlos auf das Funktionieren einer starken Regierung oder in der Stadt auf eine reibungslos laufende Verwaltungsmaschinerie verlässt. Das kann ins Auge gehen! Der sozialdemokratische Imperativ „Mehr Demokratie wagen!“ kam mir seinerzeit sehr entgegen. Ebenso wie der Umstand, dass die Sozialdemokraten neben der Freiheit auch deren Schwester, die Gleichheit, mitdiskutierten. Und als Sozialdemokrat will ich auch weiterhin „(Kommunal)-Politik treiben“.

Du blickst auf fast 50 Jahre Kommunalpolitik zurück. Was waren die aufregendsten und bewegendsten Momente?
Im Rückblick will ich kein Ranking erstellen. Die Zeiten waren immer „bewegend und aufregend“. Im Übrigen: Das was gerade ansteht, ist immer das Wichtigste.


Wie bekommen wir es hin, dass sich wieder mehr Menschen für Kommunalpolitik begeistern?
Vielleicht, wenn unser Handeln klar darauf ausgerichtet ist, das Wohlergehen aller Bürgerinnen und Bürger ins Auge zu fassen. Das heißt, es muss klar sein, dass wir keine Gruppeninteressen bevorzugt behandeln. Ein Unterfangen, das in Zeiten unterfinanzierter Städte schwer umzusetzen ist, weil Kultur, Bildung, Gesundheitswesen und all diese wichtigen Dinge immer als 2. Sieger vom Platz gehen. Dominierend sind die Wirtschaftsinteressen. Standortpflege für die Industrie wird zur Hauptaufgabe der Städte. Das könnte sich ändern, wenn wir eine Gemeindefinanzreform bekämen, die den Städten und Gemeinden endlich die Mittel zukommen ließe, die sie des Gemeinwohls wegen auch wirklich brauchen. Und das hätte dann auch noch den schönen Nebeneffekt, bisher passiv beiseite stehende Bürgerinnen und Bürger für die Kommunalpolitik zu begeistern.



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